Meinung

Pornhub dringt in das Revier von YouTube und Twitch vor: die Sicht eines Marketers

Pornhub dringt in das Revier von YouTube und Twitch vor. Und aus Marketingsicht ist das absolut logisch!

Infografik: ein Smartphone mit der Pornhub-App inmitten von Inhaltskategorien — Gaming, Sport, Kochen, Reisen, Podcasts und Kurzvideos

Pornhub dringt in das Revier von YouTube und Twitch vor. Und aus Marketingsicht ist das absolut logisch!

Offenbar kann man auf Pornhub bald nicht nur abschalten, sondern auch lernen, wie man ein Abendessen kocht, ein Auto repariert oder Minecraft durchspielt. 😁

Die Plattform hat offiziell angekündigt, in großem Stil Creator für alltägliche Inhalte zu gewinnen: Videospiele, Sport, Reisen, Kochen, Podcasts, Comedy und Bildungsformate.

Den Creatorn werden Zugang zu einem riesigen Publikum, die Monetarisierung von Werbeaufrufen, kurze vertikale Videos namens Shorties sowie die Möglichkeit geboten, bezahlte Abonnements zu bewerben und Sponsoren zu gewinnen.

Und das Interessanteste: Laut Pornhub selbst besuchen täglich mehr als 130 Millionen Nutzer die Seite.

Ukrainischsprachige Infografik zum Einstieg von Pornhub in das Revier von YouTube und Twitch: Inhaltskategorien, Publikumszahlen und ein Zitat von Artem Honcharenko, „Meine Sicht als Marketer“

Meine Sicht als Marketer

Ich halte diesen Schritt für absolut logisch.

Pornhub hat bereits das, wofür andere Plattformen Milliarden von Dollar ausgeben: einen riesigen Besucherstrom, Markenbekanntheit und ein regelmäßiges Publikum, das mit einer konkreten Absicht kommt.

Im Marketing ist die Gewinnung von Nutzern eine der schwierigsten und teuersten Aufgaben. Und hier ist der Traffic schon da!

Jetzt versucht das Unternehmen faktisch, dessen wirtschaftlichen Wert zu steigern: mehr Inhalte anzubieten, die Interaktion zu erhöhen, zusätzliche Werbeformate und neue Einnahmequellen zu schaffen.

Ja, die Leute kommen dorthin ganz sicher nicht wegen Kochrezepten. Aber genau darin liegt das Marketingexperiment: Lässt sich ein bereits gewachsenes Publikum zu Konsumenten grundlegend anderer Inhalte machen?

Natürlich garantiert viel Traffic noch keine hohe Conversion. Es gibt Fragen zum Markenruf, zu Werbebeschränkungen und zur Bereitschaft der Nutzer, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Die Geschäftslogik selbst ist mir jedoch verständlich: Warum jedes Mal neues Publikum einkaufen, wenn man dem vorhandenen zusätzlichen Wert bieten kann?

Und die Hauptfrage lautet inzwischen nicht einmal, ob Pornhub mit YouTube konkurrieren kann, sondern wie weit sich eine Plattform skalieren lässt, die bereits die Aufmerksamkeit von Millionen Menschen besitzt.

Sind Sie bereit, auf Pornhub Kochshows und Technikvideos anzusehen? 😁

Quellen: offizielle Pressemitteilung von Pornhub, WIRED, Tubefilter