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Andrii Ozeichuk über die EU-Verordnung 305

Andrii Ozeichuk, Direktor des Ingenieur- und Bauunternehmens Rauta, Vorsitzender des Direktoriums des Verbands „Ukrainisches Zentrum für Stahlbau“ Was sieht die Verordnung 305 vor? Seit dem 1. Januar 2023 ist in der Ukraine das Gesetz „Über die Bereitstellung von Bauprodukten auf dem Markt“ in Kraft, das die Normen der EU-Verordnung 305/2011 umsetzt und die Anforderungen an Sicherheit und Qualität von Baustoffen wesentlich verändert. Bis zum 1. Januar 2026 müssen alle

Andrii Ozeichuk über die EU-Verordnung 305

Andrii Ozeichuk, Direktor des Ingenieur- und Bauunternehmens Rauta, Vorsitzender des Direktoriums des Verbands „Ukrainisches Zentrum für Stahlbau“

Was sieht die Verordnung 305 vor?

Seit dem 1. Januar 2023 ist in der Ukraine das Gesetz „Über die Bereitstellung von Bauprodukten auf dem Markt“ in Kraft, das die Normen der EU-Verordnung 305/2011 umsetzt und die Anforderungen an Sicherheit und Qualität von Baustoffen wesentlich verändert. Bis zum 1. Januar 2026 müssen sich alle ukrainischen Hersteller vollständig an die Anforderungen des neuen Gesetzes anpassen.

Der Beschluss des Ministerkabinetts Nr. 426 dehnt die Geltung des Gesetzes auf nahezu alle Bauprodukte aus – von Befestigungselementen bis zu Schornsteinen.

Das neue Deklarationssystem in der Ukraine

Der Hauptunterschied der neuen Verordnung zur vorherigen, die seit 2006 galt, besteht im Verweis auf europäische Normen für die Herstellung von Baustoffen. Künftig müssen ukrainische Hersteller die Konformität ihrer Produkte mit europäischen Standards erklären und die volle Verantwortung für deren Qualität tragen.

Früher wurde die Produktqualität durch Zertifikate nach ukrainischen Standards oder durch technische Spezifikationen (TU) bestätigt, die es erlaubten, Produkte niedriger Qualität herzustellen. Den Herstellern genügte es, eigene TU zu registrieren oder ein Zertifikat einer akkreditierten Organisation zu erhalten, wodurch sie einen erheblichen Teil der Verantwortung für die Eigenschaften der Materialien von sich abwälzten.

Mit dem neuen Gesetz sind die Hersteller verpflichtet, Konformitätserklärungen auf der Grundlage der Anforderungen harmonisierter europäischer Normen auszustellen. Sie müssen außerdem eine ständige Qualitätskontrolle in der Produktion sicherstellen und die volle Verantwortung für die deklarierten Eigenschaften übernehmen.

Vorteile der Einführung der Verordnung 305

· Bessere Qualität von Baustoffen. Die neuen Anforderungen verpflichten die Hersteller zur Einhaltung europäischer Standards, was ein höheres Niveau an Qualität und Sicherheit der Produkte gewährleistet.

· Schutz der Verbraucherrechte. Die Einführung eines einheitlichen Qualitätskontrollsystems und eines Haftungsmechanismus verschafft den Käufern klare Auswahlkriterien und Mittel, auf unredliche Hersteller einzuwirken.

· Zugang zum EU-Markt. Dank eines einheitlichen Zertifizierungssystems können ukrainische Unternehmen ihre Produkte ohne zusätzliche Prüf- und Konformitätsbestätigungsverfahren nach Europa exportieren.

· Transparenz des Baustoffmarktes. Konformitätserklärungen müssen im Einheitlichen staatlichen elektronischen System im Bauwesen registriert werden, was Offenheit und Vertrauen zwischen Herstellern, Verbrauchern und staatlichen Stellen fördert.

Risiken der Einführung der Verordnung 305

· Verschärfung des Wettbewerbs. Europäische Hersteller erhalten die Möglichkeit, ohne zusätzliche Zertifizierung frei auf den ukrainischen Markt zu gelangen, was Druck auf die einheimischen Hersteller ausüben kann.

· Schließung eines Teils der Unternehmen. Firmen mit veralteter Ausrüstung erfüllen die neuen Standards möglicherweise nicht, was sie zwingt, in die Modernisierung zu investieren oder ihre Tätigkeit einzustellen. Nach Expertenschätzungen betrifft dieses Risiko nicht mehr als 1 % der Produktionskapazitäten der Ukraine und wird keinen wesentlichen Einfluss auf die Branche haben.

Änderungen im europäischen Recht

Am 27. November 2024 hat die Europäische Union die neue Verordnung Nr. 2024/3110 verabschiedet, die die bisherige Verordnung Nr. 305/2011 ersetzt. Sie ist am 7. Januar 2025 in Kraft getreten und sieht eine Übergangsfrist von 1 Jahr vor. Auf der Verordnung 305/2011 beruhte das ukrainische Gesetz „Über die Bereitstellung von Bauprodukten auf dem Markt“.

Die wichtigsten Änderungen der EU-Verordnung von 2024:

· Höhere Umweltanforderungen. Die Hersteller sind verpflichtet, den Lebenszyklus von Baumaterialien und ihren CO2-Fußabdruck zu bewerten, was die Wiederverwendung und das Recycling von Ressourcen fördert.

· Einführung digitaler Produktpässe. Das ukrainische Gesetz berücksichtigt diese Norm teilweise, da es die Registrierung von Erklärungen im Einheitlichen staatlichen elektronischen System im Bauwesen verlangt.

· Vereinfachung der Anforderungen für kleine und mittlere Unternehmen bei der Bereitstellung von Bauprodukten auf dem Markt.

· Verschärfung der Marktüberwachung. Die Kontrollbehörden haben mehr Befugnisse zur Prüfung der Produktqualität sowie Mechanismen zur raschen Entfernung nicht normgerechter Waren vom Markt erhalten.

Fazit

Die Umstellung der ukrainischen Hersteller auf eine Arbeitsweise gemäß den Anforderungen des neuen Gesetzes ist ein wichtiger Schritt zur Annäherung an die EU. Die neuen Regeln werden die Unternehmen dazu anhalten, ihre Produktionsprozesse zu verbessern und in Modernisierung zu investieren, was die Produktqualität steigert und die Möglichkeiten der heimischen Hersteller auf dem europäischen Markt erweitert.

Quelle: https://interfax.com.ua/news/blog/1058956.html

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